Starker Verbandsliga-Einstand bleibt unbelohnt 🦦

Nach drei Aufstiegen in Folge war es endlich so weit: Verbandsliga-Handball im Otterbau! Nach einer intensiven Vorbereitung war den Pleißentalern die Vorfreude deutlich anzumerken. Von Nervosität keine Spur – die Otter waren heiß darauf, sich erstmals auf dem neuen Niveau zu beweisen.

Einen ersten Rückschlag gab es allerdings schon vor dem Anpfiff. Neuzugang Felix Heinrich musste die Erwärmung aufgrund starker Oberschenkelbeschwerden abbrechen. Für ihn rückte kurzfristig Christian Popp in den Kader.

Davon ließen sich die Otter zunächst jedoch überhaupt nicht beeindrucken. Defensiv ließ man den Leipzigern kaum Luft zum Atmen und legte einen beeindruckenden Start hin. Über 2:0 und 5:2 setzte sich der HCP bis zur 15. Minute auf 8:3 ab. Eine aggressive und kompakte Deckung sowie ein fantastisch aufgelegter Tim Hujer zwischen den Pfosten bildeten dafür die Grundlage.

Doch bereits nach wenigen Minuten musste der HCP den nächsten personellen Rückschlag verkraften. John Kretzschmar knickte nach einer leichten Berührung mit dem rechten Knie seitlich weg und konnte anschließend nicht mehr ins Spiel eingreifen. Ob eine schwerwiegendere Verletzung vorliegt, werden erst die kommenden Tage zeigen.

Offensiv bekamen die Otter gleichzeitig zu spüren, dass in der Verbandsliga eine andere körperliche Härte wartet. Zu häufig rieb man sich an der Leipziger Defensive auf und ließ gute Möglichkeiten ungenutzt. Dennoch stand es fünf Minuten vor der Pause 10:5. Statt diesen Vorsprung mit in die Kabine zu nehmen, nutzte LVB die sich bietenden Chancen konsequenter und verkürzte mit drei Treffern in Folge auf 10:8.

Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich schließlich ein echter Schlagabtausch. Technische Fehler verhinderten immer wieder, dass sich die Otter erneut absetzen konnten. Leipzig glich aus und ging zwischenzeitlich in Führung – doch der HCP hielt dagegen. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen und bis weit in die Schlussphase blieb die Partie vollkommen offen.

Großen Anteil daran hatte auch Franz Böttger. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von John erhielt der Neuzugang mehr Spielanteile als ursprünglich geplant und brachte seine Verbandsliga-Erfahrung gewinnbringend ein. Dabei überzeugte er nicht nur mit fünf eigenen Treffern, sondern setzte auch seine Mitspieler immer wieder gut in Szene. Insgesamt verteilten sich die 23 Pleißentaler Tore auf acht Feldspieler.

In der 51. Minute brachte Franz Büttner die Otter noch einmal mit 20:19 in Führung. Spätestens jetzt war jedem im Otterbau klar: Hier sind heute die ersten Verbandsligapunkte möglich!

Doch ausgerechnet jetzt folgte die schwächste Phase des Spiels.

Im Angriff wollte der Ball nicht mehr ins Tor. Unplatzierte Würfe und einfache technische Fehler häuften sich, während sich gleichzeitig die Belastung der intensiven Partie bemerkbar machte. Leipzig bestrafte die Ballverluste mit einfachen Gegenstoßtoren und drehte das 20:19 innerhalb weniger Minuten in ein 20:24. Hinzu kam die nachvollziehbare Rote Karte gegen Paul Nowak, nachdem dieser einen Leipziger Spieler im Gegenstoß regelwidrig stoppte.

Von diesem Genickbruch erholten sich die Otter nicht mehr. Am Ende stand eine 23:27-Niederlage, die gleichermaßen für Enttäuschung und Zuversicht sorgte.

Gerade die Defensive zeigte über weite Strecken, dass sie auch eine Liga höher bestehen kann. Nur acht Gegentore in der ersten Halbzeit sprechen eine deutliche Sprache. Die 19 Gegentreffer nach dem Seitenwechsel zeigen allerdings ebenso, woran weiter gearbeitet werden muss. Noch deutlicher gilt das für den Angriff: Mit lediglich 23 eigenen Treffern und zu vielen vergebenen Möglichkeiten wird es schwer, Spiele auf diesem Niveau zu gewinnen.

Die Leipziger waren an diesem Tag keineswegs unschlagbar. Die Männer des HCP hielten über 50 Minuten nicht nur mit, sondern hatten die Partie lange selbst in der Hand. Genau daraus darf die Mannschaft Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben ziehen – ohne dabei die eigenen Fehler aus den Augen zu verlieren.

Ein großes Dankeschön geht erneut an alle Zuschauer, die unsere Jugend und anschließend die Männer lautstark unterstützt haben. Trotz bestem Spätsommerwetter war der Otterbau da, als die Mannschaft ihn brauchte. 💙🤍

Jetzt heißt es: Fehler aufarbeiten, weiterarbeiten und den Blick nach vorn richten. Denn bereits beim kommenden Auswärtsspiel in Leipzig sollen die ersten zwei Verbandsligapunkte her! 🦦🔥

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📝 - Maximilian Kropp
©️📸 - Philipp Knape