
Otter feiern ersten Verbandsliga-Sieg 🦦🔥
Der Knoten ist geplatzt: Der HC Pleißental hat am dritten Spieltag die ersten Punkte in der Verbandsliga eingefahren. Gegen den ebenfalls noch punktlosen SC Riesa setzten sich die Otter nach einer zunächst ausgeglichenen Partie deutlich mit 30:19 durch. Vor allem die Reaktion rund um den Seitenwechsel zeigte dabei, dass die Mannschaft ihre Lehren aus den ersten beiden Saisonspielen gezogen hat.
Die Ausgangslage war beiden Mannschaften bewusst. Nach zwei Niederlagen wollten die Pleißentaler unbedingt verhindern, sich frühzeitig am Tabellenende festzusetzen. Entsprechend akribisch hatte die Mannschaft unter der Woche gearbeitet – insbesondere an jener Phase, die gegen die SG LVB II und den SC DHfK III noch zum Problem geworden war: dem Auftreten nach dem Seitenwechsel.
Doch zunächst waren den Ottern die Bedeutung der Partie und eine gewisse Nervosität anzumerken. Zwar erzielte Daniel Berkmann das 1:0, anschließend scheiterten die Gastgeber aber mehrfach am Riesaer Schlussmann. Die Gäste drehten die Partie zum 1:3. Beide Mannschaften überzeugten zu diesem Zeitpunkt vor allem defensiv und mit guten Torhüterleistungen, sodass Kleinigkeiten über erfolgreiche Abschlüsse entschieden.
Nach und nach fanden die Otter besser in die Begegnung. Kamil Adamczewski erzielte bei seinem Verbandsliga-Debüt seinen ersten Treffer, Paul Nowak glich zum 3:3 aus und wenig später sorgten Franz Böttger und erneut Kamil für das 5:3. Doch Riesa antwortete und stellte innerhalb weniger Sekunden wieder auf 5:5.
Coach Alin Bosneac reagierte sichtbar unzufrieden mit einer Auszeit. Neben einer mentalen Ansprache wurden einige Positionen neu besetzt. Bis zum 7:7 blieb die Begegnung trotzdem völlig offen – dann änderte sich das Bild.
Die Pleißentaler Deckung bekam immer besseren Zugriff, Tim Hujer war zur Stelle und vorne stimmte plötzlich auch die Chancenverwertung. Daniel Langnickel brachte die Otter mit 8:7 in Führung, Magnus Mittag und Paul Nowak erhöhten, ehe der nach seiner Verletzung zurückgekehrte John Kretzschmar zum 11:7 traf.
In den letzten Sekunden vor der Pause sollte noch ein wichtiger Treffer folgen. Magnus zog von Halblinks in die Mitte und bediente den einlaufenden Paul, der beim anschließenden Sprungwurf gefoult wurde. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Kamil eiskalt und ansatzlos im unteren Winkel.
Mit dem 12:7 im Rücken ging es in die Kabine. Und dieses Mal sollte die Halbzeitpause den Lauf der Otter nicht stoppen.
Genau darin lag eine der wichtigsten Entwicklungen gegenüber den ersten beiden Saisonspielen. Die Mannschaft wusste, dass sie nach Wiederanpfiff sofort wieder voll da sein musste. Kamil verwandelte den nächsten Siebenmeter zum 13:7 und John erhöhte auf 14:7. Aus dem 7:7 war damit über die Halbzeitpause hinweg ein 7:0-Lauf geworden.
Das Momentum gehörte nun endgültig den Gastgebern.
Riesa versuchte zwar, den Rückstand zu verkürzen, doch die Otter fanden immer wieder die passende Antwort. Besonders Tim Pflug erwischte auf Linksaußen einen starken Tag. Ob mit Hebern oder sehenswerten Aufsetzern – Tim hatte den richtigen Riecher für das Torwartspiel der Gäste und verwertete seine Möglichkeiten konsequent. Grundlage dafür war jedoch das geduldige Angriffsspiel seiner Mitspieler, die den Ball immer wieder bis zum richtigen Moment durchspielten.
Beim 20:13 war Riesa noch einmal auf sieben Treffer herangekommen. Doch anstatt den Gegner zurück ins Spiel zu lassen, legte Pleißental erneut nach. Tim, Daniel Berkmann und Ryan Roith sorgten für vier unbeantwortete Tore und das 24:13.
Auch die Torhüter lieferten einen wichtigen Beitrag. Tim Hujer kam auf zwölf Paraden und eine Quote von 52 Prozent, während Philip Leschak in seinen 14 Einsatzminuten drei Bälle entschärfte und eine Quote von 37,5 Prozent erreichte. Gemeinsam mit einer konzentrierten Deckung bildeten sie die Grundlage dafür, dass Riesa über 60 Minuten lediglich 19 Treffer gelangen.
Passend dazu kassierten die Otter nur zwei Zeitstrafen. Die Abwehr agierte körperlich, gleichzeitig aber sauber und kontrolliert.
Und selbst als Riesa beim Stand von 26:15 zwei Treffer hintereinander erzielte, verfiel die Mannschaft diesmal nicht in alte Muster. Niclas Hahn, Ryan Roith und erneut Niclas sorgten für die unmittelbare Antwort, ehe Ryan mit dem 30:18 den Schlusspunkt auf einen weiteren Pleißentaler Lauf setzte.
Besonders erfreulich war dabei die Breite im Pleißentaler Spiel. Zehn verschiedene Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein, allen auf dem Spielprotokoll stehenden Akteuren konnte Einsatzzeit gewährt werden.
Kamil feierte mit fünf Treffern, darunter zwei verwandelten Siebenmetern, einen gelungenen Verbandsliga-Einstand. Neben seiner eigenen Torgefahr brachte er Struktur in den Rückraum und setzte seine Mitspieler in Szene. Auch John meldete sich nach seiner Verletzung zurück. Rund 20 Minuten Spielzeit reichten ihm für vier Treffer. Seine Einsatzzeit wurde auch deshalb notwendig, weil Franz Böttger mit Fußproblemen angeschlagen in die Partie gegangen war.
Am Ende stand ein leistungsgerechter 30:19-Heimsieg und damit ein Ergebnis, das den Ottern nach den ersten beiden Niederlagen neues Selbstvertrauen geben dürfte.
Während gegen LVB II eine gute Leistung unbelohnt geblieben war und beim DHfK III vor allem die mentale Stabilität nach dem Seitenwechsel fehlte, brachte Pleißental diesmal viele positive Faktoren zusammen: eine starke Deckung, gute Torhüter, mehr Konsequenz im Abschluss, offensive Breite und vor allem die notwendige Konzentration über die gesamte Spielzeit.
Auch von den Rängen kam wieder die passende Unterstützung. Trotz des parallel stattfindenden Werdauer Volksfestes fanden 85 Zuschauer den Weg in den Otterbau. Die Fanbase trommelte die Mannschaft lautstark zu den ersten beiden Verbandsliga-Punkten.
Ausgiebig analysiert wird die Partie trotzdem erst am Mittwoch im Training. Bis dahin dürfen sich die Otter über einen besonderen Moment freuen:
Der erste Verbandsliga-Sieg der Vereinsgeschichte ist geschafft. 🦦💙
HC Pleißental – SC Riesa 30:19 (12:7)
HC Pleißental: Tim Hujer, Philip Leschak – Ryan Roith (3), Niclas Hahn (2), Daniel Berkmann (4), Christian Popp, John Kretzschmar (4), Tim Pflug (5), Paul Nowak (3), Konrad Starke, Fabian Kreß, Daniel Langnickel (1), Kamil Adamczewski (5/2), Franz Böttger (1), Magnus Mittag (2), Felix Heinrich.
Offizielle: Alin Bosneac, Dirk Leschak, Janine Gläser
Siebenmeter: 2/2
Zeitstrafen: 2 – John Kretzschmar, Christian Popp
Zuschauer: 85
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📝 - Maximilian Kropp
©️📸 - Philipp Knape
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