🦦 Otter bezwingen Union im Hexenkessel – 24:23-Heimsieg!

Was für ein Handballabend im Otterbau! Nach der deutlichen Niederlage in Freiberg zeigen die Männer des HC Pleißental die perfekte Reaktion und bezwingen den bisherigen Tabellendritten Union Chemnitz in einem hochintensiven Verbandsligaspiel mit 24:23 (10:9). Dabei waren es nicht nur die zwei Punkte, die am Ende für Begeisterung sorgten – sondern vor allem die Art und Weise, wie sich die Otter diesen Erfolg gemeinsam erarbeiteten.

Schon in den ersten Minuten war zu spüren, dass es für die Gäste an diesem Abend äußerst ungemütlich werden würde. Die Pleißentaler waren gegenüber der Vorwoche kaum wiederzuerkennen. Aggressiv und aufmerksam im Abwehrverbund wurden die Chemnitzer Eins-gegen-eins-Aktionen konsequent unterbunden. Nach nicht einmal fünf Minuten stand eine 3:1-Führung auf der Anzeigetafel.

Vor allem das Zusammenspiel zwischen Defensive und Tim Hujer funktionierte hervorragend. Gegen seinen ehemaligen Verein entschärfte der Pleißentaler Schlussmann insgesamt elf Würfe und kam auf eine Quote von knapp 40 Prozent. Auch Philip Leschak durfte sich auszeichnen und parierte einen Siebenmeter.

Abwehrschlacht auf Augenhöhe

Union hielt dagegen und machte es den Ottern im eigenen Angriff ebenfalls alles andere als einfach. So entwickelte sich eine intensive Begegnung zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Über 5:3 und 7:4 behauptete der HCP zunächst seinen Vorsprung, ehe die Gäste wieder herankamen. Paul Nowak sorgte kurz vor der Pause für das 10:8, Union verkürzte mit der Schlusssirene noch einmal – 10:9 zur Halbzeit.

Nur neun Gegentore gegen die temporeiche Chemnitzer Mannschaft waren das Ergebnis einer herausragenden ersten Halbzeit in der Defensive.

Nach dem Seitenwechsel erwischten allerdings die Gäste den besseren Start. Beim 13:15 in der 43. Minute hatte Union die Partie gedreht und sich erstmals etwas Luft verschafft.

Doch genau an diesem Punkt zeigten die Otter eine Qualität, die in den bisherigen Saisonspielen nicht immer vorhanden war: Die Köpfe blieben oben.

Jede erfolgreiche Abwehraktion wurde gefeiert, die Bank pushte die Spieler auf der Platte und mit jeder Minute wurde es im Otterbau lauter. Mannschaft und Zuschauer trieben sich gegenseitig an – aus dem Heimspiel entwickelte sich zunehmend ein echter Hexenkessel.

Jeder Spieler ist sofort da

Dabei spielte es kaum eine Rolle, wer gerade auf der Platte stand. Auch später eingesetzte Spieler wie Fabian Kreß und Ryan Roith waren sofort im Spiel. Kreß stellte auf 16:16, Roith brachte die Otter wenig später wieder mit 17:16 in Führung.

Fortan entwickelte sich ein echter Schlagabtausch. Pleißental legte vor, Union antwortete. 17:17. 18:18. 19:19. Kein Ball wurde hergeschenkt und keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen.

Doch auf den Rängen und auf der Platte wuchs immer stärker dieses Gefühl: Heute holen wir uns das Ding gemeinsam.

Ein entscheidender Faktor war dabei die Breite des Pleißentaler Spiels. Von nahezu jeder Position ging Gefahr aus. Insgesamt zehn verschiedene Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein. Egal, wohin der Ball wanderte – die Otter fanden an diesem Abend Lösungen.

Der Kapitän übernimmt

Als die Partie in die entscheidenden Minuten ging, übernahm schließlich Kapitän John Kretzschmar Verantwortung.

Beim 19:19 traf er zur erneuten Führung, legte wenig später das 21:19 nach und war auch in der Schlussphase die zentrale Figur im Pleißentaler Angriff. Niclas Hahn brachte die Otter beim 22:21 erneut nach vorn, Kamil Adamczewski verwandelte vom Siebenmeterstrich zum 23:22 – und dann kam wieder John.

58:47 Minuten gespielt. 23:22. Ball bei den Ottern.

John zieht zum Tor und trifft zum 24:22. Der Otterbau explodiert.

Doch entschieden war noch gar nichts.

Nur acht Sekunden später kassierte Kamil Adamczewski nach einem zu späten Eingreifen im Eins-gegen-eins seine dritte Zeitstrafe. Die Otter mussten die verbleibende Spielzeit damit in Unterzahl überstehen. Union nutzte die Situation und verkürzte 49 Sekunden vor Schluss auf 24:23.

38 Sekunden, die den Otterbau nicht mehr stillstehen lassen

Chemnitz stellte auf Manndeckung um. Die Otter ließen zunächst den Ball laufen, ehe Alin Bosneac bei 59:22 seine letzte Auszeit nahm.

Die Vorgabe für die verbleibenden 38 Sekunden war klar: Ball sichern, Zeit von der Uhr nehmen und Union keinen weiteren Angriff ermöglichen.

Nach Wiederanpfiff gelang genau das. Mehrfach lief der Ball durch die eigenen Reihen, ehe John Verantwortung übernahm und mit seinem Zug zum Tor einen Freiwurf erzwang. Noch einmal formierten sich die Otter. Wieder bekam der Kapitän den Ball, wieder ging er konsequent Richtung Tor – und wieder musste Union ihn stoppen.

Noch ein Freiwurf.

Ein letzter Pass.

Schlusssirene.

24:23. HEIMSIEG! 🦦🔥

Die Mannschaft feierte, die Bank feierte und mit ihr über 100 Zuschauer, die ihre Otter von der ersten Minute an getragen hatten.

Dieser Sieg bringt nicht nur zwei weitere Punkte. Er zeigt vor allem, wozu diese Mannschaft in der Verbandsliga in der Lage ist. Gegen eines der bislang erfolgreichsten Teams der Saison überzeugten die Otter mit aggressiver Defensive, mannschaftlicher Geschlossenheit und genau jener mentalen Widerstandsfähigkeit, die zuletzt noch gefehlt hatte.

Im Otterbau ist mit dem HC Pleißental zu rechnen. Jetzt gilt es, genau dieses Gesicht auch mit in die kommenden Auswärtsspiele zu nehmen.

📊 Statistik

HC Pleißental – Union Chemnitz 24:23 (10:9)

HC Pleißental:
Tim Hujer, Philip Leschak
Roith (2), Büttner (2), Hahn (2), Kretzschmar (5), Möckel (1), Pflug (3), Nowak (2), Starke, Kreß (1), Langnickel, Adamczewski (4/3), Böttger (1), Mittag, Heinrich (1).

Union Chemnitz:
Wolowski, Massow 
Preisner (8/4), Wosnitza, Frigge (4/2), Schreiter (2), Thieme, Sahlmann, Teichert (2), Dietrich (2), Schiffer (1), Auerbach (2), Bohner, Härtwig (2).

Siebenmeter: HCP 3/4 | Union 6/8
Zeitstrafen: HCP 5 | Union 3
Disqualifikation: Adamczewski (3. Zeitstrafe)

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📝 - Maximilian Kropp
©️📸 - Philipp Knape

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